Einen besonderen Literaturvormittag erlebten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 am 23.06.26: Die syrisch-deutsche Dichterin Lina Atfah war zu Gast und gewährte den Jugendlichen eindrucksvolle Einblicke in ihr Leben, ihr Schreiben und die Kraft der Poesie.
Lina Atfah lebt seit 2014 im Ruhrgebiet, nachdem sie Syrien aus politischen Gründen verlassen musste. Die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin erhielt 2023 für ihren Gedichtband „Grabtuch aus Schmetterlingen“ den renommierten Literaturpreis Ruhr. Im Jahr 2024 wurde sie zudem mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen in der Sparte Literatur ausgezeichnet.
In ihren Texten beschäftigt sich die Dichterin mit Themen wie Flucht, Heimatverlust, Identität, Sprache und Zugehörigkeit – Erfahrungen, die sie selbst geprägt haben und die zugleich universelle Fragen menschlichen Zusammenlebens berühren.
Mit großer Präsenz erzählte die Autorin von wichtigen Stationen in ihrem Leben und trug zusammen mit zwei Schülerinnen und einer Lehrerin im Sprachtandem ihre Gedichte vor. Die Schülerinnen und Schüler begegneten dabei einer Lyrik, die persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragestellungen verbindet und zum Nachdenken anregt. Offen berichtete die Dichterin von ihrem Weg nach Deutschland, ihrer Beziehung zur arabischen und deutschen Sprache sowie von den Herausforderungen und Chancen des Schreibens zwischen verschiedenen Kulturen.
An die Lesung schloss sich eine Workshopphase an. Hier waren die Jugendlichen selbst gefragt: Inspiriert von den Texten der Autorin verfassten sie eigene Gedichte und setzten sich kreativ mit Sprache, Gedanken und Gefühlen auseinander.
Der Besuch machte deutlich, dass Literatur weit mehr sein kann als Unterrichtsgegenstand: Sie eröffnet Räume für Begegnung, Empathie und gesellschaftlichen Dialog.
